FachartikelYoga

Die 7 wichtigsten Chakren und wie sie Dich beeinflussen können

Yoga ist kein einfaches Fitnesstraining oder Gymnastik, denn anders als bei anderen Kursformaten, wird im Yoga nicht nur Dein Körper, sondern auch Dein Geist und Deine Seele angesprochen. Denn hinter Yoga steht eine jahrhundertealte Philosophie, die in den Upanishaden, im Yoga-Sutra und anderen Yoga-Schriften vor vielen Jahrhunderten festgehalten wurden und noch immer die Menschen fasziniert.

Einen Teil dieser Philosophie, der mir sehr am Herzen liegt, möchte ich Dir hier näher bringen: Die Chakrenlehre.

In dem nachfolgendem Beitrag erkläre ich Dir was Chakren sind und welche Chakren im Yoga die wichtigsten und bekanntesten Chakren sind. Außerdem erfährst Du, wo sich die wichtigsten Chakren in Deinem Köper befinden, welche Organe von ihnen beeinflusst werden können und welche Bedeutung die Chakren für Deine Yoga-Praxis haben.

Inhalt

  1. Was ist ein Chakra?
  2. Welche Chakren gibt es?
  3. Bedeutung für die Yoga Praxis
  4. Fazit
  5. Quellen

1. Was ist ein Chakra?

Unser Körper wird von tausenden feinstofflichen Energiebahnen, den Nadis durchzogen. Der Begriff Nadi stammt aus der alten indischen Sprache Sanskrit und bedeutet übersetzt soviel wie „Röhre oder Leitung“. Die wichtigste Energieleitbahn und der Zentralkanal ist die sogenannte Sushumna (Nadi), die im Feinstoffkörper* dort verläuft, wo sich grobstofflich die Wirbelsäule befindet. In der Sushumna fließt Prana die Lebensenergie. Die zwei anderen Haupt-Energiebahnen Ida Nadi (links, Mond, Yin) und Pingala Nadi (rechts, Sonne, Yang) verlaufen ebenfalls von der Wurzel nach oben entlang der Sushumna. Dabei kreuzen sie sich auf diesem Weg mehrfach um die Sushumna. Die Knotenpunkte dieser Energieleitbahnen werden jeweils als Chakra bezeichnet. Der Begriff Chakra stammt ebenfalls aus Sanskrit und bedeutet übersetzt „Rad, Kreis oder Wirbel“. Während die Sushumna ihren Endpunkt in der Kopfkrone dem 7. Chakra hat, enden Ida und Pingala bereits im 6. Chakra und fließen über die Nasenlöcher aus. Die Chakren sind entlang der Sushumna angeordnet und „schwingen“ bzw. drehen in einer bestimmten Frequenz, die sich auf Körper, Geist und Seele auswirkt. Dieses Schwingen oder Drehen der Chakren ändert sich von Chakra zu Chakra und ist auch je Geschlecht unterschiedlich.

*Der grobstoffliche Körper ist im Yoga der Körper, den Du sehen und anfassen kannst. Dagegen ist der feinstoffliche Körper, das was Du nicht sehen, sondern nur wahrnehmen kannst. Das was du spirituell fühlen kannst, wie auch Deine Seele.

2. Welche Chakren gibt es?

Laut den Yogaschriften gibt es 72.000 Nadis und auf allen gibt es verschiedene Chakren. Am bekanntesten ist im Yoga jedoch die Chakrenlehre der 7 Chakren, die vor allem für das Bewusstsein von großer Bedeutung sind.

Grobstofflich befinden sich im Körper, dort wo die Inder die 7 Chakren verorten, dicke Nervenkörperansammlungen des vegetativen Nervensystems. Die Lage der Chakren entspricht denen der Hauptnervenzentren des Körpers und seinen wichtigsten endokrinen Drüsen.

Jedes der 7 Chakren ist mit einem großen Lebensthema verknüpft und jedem Chakra ist eine Farbe, ein Element, ein Bija-Mantra und vieles mehr zugeordnet, was durch das Chakra beeinflusst werden kann oder mit dem das Chakra aktiviert und stimuliert werden kann.

Bei den verschiedenen Chakrenlehren gehen manchmal die Meinungen zu den zugeordneten Farben, Elementen, Bija-Mantren usw. auseinander. Ich habe mich vor allem an dem orientiert, was mir während meiner Ausbildung zur 200h Yogalehrerin vermittelt wurde, dies mag von manchen herangezogenen Quellen jedoch auch etwas abweichen.

Die 7 wichtigsten Chakren
Die 7 wichtigsten Chakren

AUM steht für die höchste Wirklichkeit. Es ist ein Symbol für das, was war, was ist, und was sein wird. AUM repräsentiert also, was jenseits von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegt.

Mandukya Upanishad, translated by Eknath Easwaran, 1987; Nilgiri Press, Tomales, California (Übersetzt aus dem Englischen)
(onelittleangel.com, 2022).

2.1 Muladhara Chakra

Das Muladhara Chakra oder auch Wurzel-Chakra ist das 1. Chakra. Auf der grobstofflichen Ebene liegt es am unteren Ende Deiner Wirbelsäule zwischen Anus und Genitalien. Es ist mit dem Steißbein verbunden und öffnet sich nach unten. Feinstofflich kannst Du Dir hier einen roten Energiewirbel oder auch eine 4-blättrige Lotusblüte vorstellen. Dem Muladhara Chakra ist das Element Erde zugeordnet und steht für Stabilität, Sicherheit, Wohlfühlen im eigenen Körper, Naturliebe, Urvertrauen. Die Organe Anus, Mastdarm, Dickdarm sowie die Nebennieren werden vom 1. Chakra beeinflusst. Als Sinnesfunktion gehört das Riechen zu diesen Chakra. Das Bija-Mantra des Wurzel-Chakra lautet LAM.

LAM
Sanskrit-Zeichen für LAM

2.2 Svadhisthana Chakra

Das Svadhisthana Chakra oder auch Sakral-Chakra ist das 2. Chakra. Auf der grobstofflichen Ebene liegt es ungefähr am oberen Teil Deines Kreuzbein und öffnet sich nach vorne. Feinstofflich kannst Du Dir hier einen orangen Energiewirbel sowie eine 6-blättrige Lotusblüte vorstellen. Dem Svadhisthana Chakra ist das Element Wasser zugeordnet und steht für Kreativität, Sinnlichkeit, Erotik, Lebensenergie und alle Emotionen. Die negativen Emotionen wie Angst, Nervosität oder Wut, aber auch die positiven Emotionen wie Freude, Hoffnung und Liebe. Die Organe Uterus, Genitalien, Nieren und Blase sowie die Keimdrüsen, Eierstöcke, Prostata und Hoden werden vom 2. Chakra beeinflusst. Als Sinnesfunktion gehört das Schmecken zu diesen Chakra. Das Bija-Mantra des Sakral-Chakra lautet VAM.

VAM
Sanskrit-Zeichen für VAM

2.3 Manipura Chakra

Das Manipura Chakra oder auch Nabel- bzw. Solarplexus-Chakra ist das 3. Chakra. Auf der grobstofflichen Ebene liegt es zwei fingerbreit oberhalb Deines Bauchnabels, also ungefähr zwischen Bauchnabel und Solarplexus und öffnet sich nach vorne. Feinstofflich kannst Du Dir hier einen sonnengelben Energiewirbel sowie eine 10-blättrige Lotusblüte vorstellen. Dem Manipura Chakra ist das Element Feuer zugeordnet und steht für Selbstvertrauen, Persönlichkeit, Energie, Mut, Motivation, Durchsetzungskraft und mentale Stärke. Die inneren Bauchorgane wie Magen, Darm, Leber sowie die Bauchspeicheldrüsen werden vom 3. Chakra beeinflusst. Als Sinnesfunktion gehört das Sehen zu diesen Chakra. Das Bija-Mantra des Nabel-Chakras lautet RAM.

RAM
Sanskrit-Zeichen für RAM

2.4 Anahata Chakra

Das Anahata Chakra oder auch Herz-Chakra ist das 4. Chakra. Auf der grobstofflichen Ebene liegt es mittig auf Höhe Deines Herzens. Es liegt also auf Deinem Brustbein und öffnet sich nach vorne. Feinstofflich kannst Du Dir hier einen grünen Energiewirbel sowie eine 12-blättrige Lotusblüte vorstellen. Dem Anahata Chakra ist das Element Luft zugeordnet und steht für Liebe, Glückseligkeit, Harmonie, Freude, Frieden, Schönheit, Selbstliebe, Toleranz, Dankbarkeit, Heilung, Vergebung, Großzügigkeit und vieles mehr. Die inneren Organe wie Herz und Lunge, aber auch die Haut sowie die Thymusdrüse (Immunsystem) werden vom 4. Chakra beeinflusst. Als Sinnesfunktion gehört das Tasten zu diesen Chakra. Das Bija-Mantra des Herz-Chakras lautet YAM.

YAM
Sanskrit-Zeichen für YAM

2.5 Vishuddha Chakra

Das Vishuddha Chakra oder auch Hals- oder Kehl-Chakra ist das 5. Chakra. Auf der grobstofflichen Ebene liegt es zwischen Deiner Halsgrube und Kehlkopf, vorne an deinem Hals und öffnet sich auch nach vorne. Feinstofflich kannst Du Dir hier einen himmelblauen Energiewirbel sowie eine 16-blättrige Lotusblüte vorstellen. Dem Vishuddha Chakra ist das Element Äther (Raum) zugeordnet und steht für Kommunikation, Klang, Vibration, Selbstausdruck, Wahrheit, Authentizität, Reinheit, Inspiration und vieles mehr. Es wird auch „Zentrum großer Reinheit“ genannt, dies bezieht sich zum einen auf „in Reinheit und Wahrheit zu sprechen“ und auch auf die „Reinheit von Prana“ also Äther/Energie. Die inneren Organe wie Bronchien, Stimmbänder, Atmungsapparat, alle Teile des Mundes (inkl. Zunge und Speiseröhre) sowie die Schilddrüse und Nebenschilddrüse werden vom 5. Chakra beeinflusst. Als Sinnesfunktion gehört das Hören zu diesen Chakra. Das Bija-Mantra des Hals-Chakras lautet HAM.

HAM
Sanskrit-Zeichen für HAM

2.6 Ajna Chakra

Das Ajna Chakra oder auch Stirn-Chakra ist das 6. Chakra und wird auch als drittes Auge bezeichnet. Auf der grobstofflichen Ebene liegt es auf Höhe Deiner Stirn einen fingerbreit über Deiner Nasenwurzel und öffnet sich nach vorne. Feinstofflich kannst Du Dir hier einen indigoblauen oder violetten Energiewirbel sowie eine 2-blättrige Lotusblüte vorstellen. Dem Ajna Chakra ist das Element Licht oder auch die Elementare Kraft des Geistes, bekannt als Magnetismus zugeordnet und steht für Intuition, Sehen und Hellsehen, den 6. Sinn, Vision, Geist, Weisheit und vieles mehr. Die Organe Nase, Augen und Ohren sowie der Hypothalamus sowie die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) werden vom 6. Chakra beeinflusst. Als Sinnesfunktion gehören alle Sinne, auch die übersinnliche Wahrnehmung, zu diesen Chakra. Das Bija-Mantra des Stirn-Chakras lautet AUM bzw. OM.

AUM
Sanskrit-Zeichen für AUM / OM

2.7 Sahasrara Chakra

Das Sahasrara Chakra oder auch Scheitel- oder Kronen-Chakra ist das 7. Chakra. Auf der grobstofflichen Ebene liegt es es mittig auf dem höchsten Punkt Deines Kopfes, Deiner Kopfkrone und öffnet sich nach oben. Feinstofflich kannst Du Dir hier einen weißen Energiewirbel oder auch eine 1000-blättrige Lotusblüte in Regenbogenfarben (alle Farben der anderen 6 Chakren) vorstellen. Dem Sahasrara Chakra ist das Element des reinen Bewusstseins zugeordnet und steht für spirituelle Reife, Erleuchtung, Erwachen, Weisheit, Meditation, Glückseligkeit und vieles mehr. Die Organe Gehirn und Rückenmark sowie die Zirbeldrüse (Epiphyse) werden vom 7. Chakra beeinflusst. Keine der Sinnesfunktionen gehört zu diesen Chakra. Das Sahasrara Chakra ist jenseits aller Buchstaben, aller Klänge, aller Farben und hat kein direktes Bija-Mantra, sondern man geht einfach in die Stille. Manchmal gibt es jedoch noch ein inneres Bija-Mantra, welches auch OM sein kann.

3. Bedeutung für die Yoga-Praxis

In der Yoga-Praxis werden die Chakren gerne als Schwerpunkt gesetzt, da viele Menschen Störungen oder Blockaden in einem oder mehreren Chakren entwickelt haben. Diese Blockaden sind oft angstbedingt, wenn Deine innere Zufriedenheit verloren gegangen ist und eine Trennung zwischen deinem grobstofflichen und feinstofflichen Körper stattgefunden hat. Diese Störungen oder Blockaden können dann dazu führen, dass Dein Prana nicht mehr frei fließen kann. Wenn Deine Yoga-Praxis nun auf das gestörte bzw. blockierte Chakra ausgerichtet ist, kannst Du wieder ein Gleichgewicht schaffen, sodass Dich Dein Prana wieder voll erfüllen kann. Die Chakren können im Yoga durch verschiedene Asanas, Pranayama, Mantren oder auch eine entsprechende Chakren-Meditation angesprochen und gelöst werden. Wenn Du es also schaffst Deine Blockaden in den Chakren zu lösen und alle Deine Chakren wieder in Balance zu bringen, wird Deine innere Zufriedenheit steigen und Du kannst eventuell sogar das große Ziel von Yoga, nämlich Samadhi, die vollkommenen Glückseligkeit bzw. das vollkommene Bewusstsein, erreichen.

4. Fazit

Oft wird die Chakrenlehre von Menschen, die sich noch nicht damit auseinander gesetzt haben, als spiritueller Blödsinn abgetan. Jedoch sprechen die Erfahrungswerte und Aufzeichnungen der Yogis eine andere Sprache, denn bereits vor vielen Hundertjahren, waren sie mit sich und der Welt im Reinen. Dieses Bewusstsein ging mit der Entwicklung zu einer modernen Welt leider verloren. Du hast die Möglichkeit Dir dieses Wissen wieder bewusst zu machen und in Deine Yoga-Praxis einfließen zu lassen, um Dich wohler zu fühlen und Dein inneres Bewusstsein sowie Deine innere Zufrieden zu steigern.

Wenn Du noch mehr zu dem Thema wissen möchtest, darfst Du auf meine weiteren Beiträge gespannt sein.


5. Quellen

  • onelittleangel.com (2022). Welt spirituell Erbe: Upanishaden, Zitat2658. https://www.onelittleangel.com/weisheit/zitate/heiliger.asp?mc=215&p=1
  • Sanskrit-Zeichen der Bija-Mantren: Adobe stock #134971080
  • Sharamon, S. & Baginski, B. J. (2017). Das Chakra-Handbuch (58. Auflage). Windpferd Verlagsgesellschaft mbH.

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